Die ersten Tage des Weltjugendtages

Von Markus Husen | Ein ganzer Bus voller Ostfriesen und Bremer ist am Mittwochabend mit Gesang und Applaus im Gemeindezentrum in Allenstein empfangen worden, bevor sie in rasender Geschwindigkeit auf die Gastfamilien aufgeteilt wurden.

Insgesamt kamen in Allenstein 560 Jugendliche aus Frankreich, Österreich, Lettland, Russland und Deutschland unter. Viele von ihnen berichteten von einer herzlichen Aufnahme, von guten Begegnungen und einer sehr großen Gastfreundschaft. Teilweise gibt es in den Nächten den einen oder anderen Konflikt mit ansässigen und unterschiedlichsten Haustieren, die ihre gewohnten Revieransprüche auf dem Schlafsofa oder der Luftmatratze geltend machen möchten. Aber ansonsten fühlen sich untere Jugendliche in den Familien sehr wohl.

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Nachdem die Katze versuchte, während der Nacht das Bett eines der Teilnehmer zurückzuerobern, machte sie es sich in entsprechendem Koffer gemütlich.

Nach der ersten erholsamen Nacht begann die Sightseeingtour im Rahmen der Tage der Begegnung. Etwa 300 Pilger wurden mit Sonderzügen von Allenstein nach Frauenburg gefahren. In Frauenburg verbrachte Nikolaus Kopernikus die Hälfte seines Lebens und tätigte die bekannten historischen Entdeckungen bezüglich der Drehung der Erde. In der dortigen sehr prunkvoll gestalteten Kathedrale feierten alle anwesenden Priester mit den Pilgern und den freiwilligen Helfern aus Polen eine Hl. Messe. Selbst der schönste Pastor aus dem Dekanat Ostfriesland konzelebrierte in internationaler Gesellschaft.

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Unser Carlo in Konzelebrationshaltung.

Direkt im Anschluss erklang ein wirklich atemberaubendes Orgelkonzert. In der Kathedrale in Frauenburg steht eine der größten Orgeln Europas. Eine Besonderheit: Ein Teil der Orgelpfeifen befindet sich, wie gewohnt, über dem Eingangsportal. Ein anderer Teil jedoch, befindet sich rechts und links neben dem Altar, sodass ein außergewöhnliches und seltenes Klangerlebnis entsteht.

Nach einem sehr gut organisiertem und leckerem Mittagessen, gab es einigen Freiraum, um den Strand eines der vielen Seen der Region zu besichtigen. Auch die Aussicht vom Turm der Kathedrale war bei diesem tollen Wetter ein Genuss.

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Im Vordergund ist die Kathedrale von Frauenburg zu sehen.

Nachdem alle Teilnehmer wieder mit dem Bus und einer Polizeieskorte zum Bahnhof gebracht wurden, ging es mit dem Zug zurück nach Allenstein. Dort war abends noch Zeit, die wunderschöne Altstadt vom einem Biergartenplatz aus zu besichtigen. So klang der erste Tag in gemütlicher Runde und Atmosphäre aus.

Ein professionell geführter Rundgang durch die Altstadt Allensteins eröffnete den gestrigen Tag. Wunderschöne historische Gebäude und Kirchen waren neben vielen Denkmälern Kopernikus‘ zu bestaunen.

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Interessierte Zuhörer lauschen der polnischen Stadtführerin.

Vor dem Mittagessen fand in der Ermländisch-Masurischen Universität eine künstlerische Darbietung unterschiedlichster Formen statt. Zu Beginn spielte ein Kinder- und Jugendorchester bekannte Lieder wie „Biene Maja“. Auch gesanglich und teilweise solistisch wurde das Orchester von Kindern begleitet. Es folgten einige traditionelle Tanzgruppen mit artistischen Einlagen. Mit tosendem Applaus und Standing Ovations wurde die Veranstaltung beendet.

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Jugendliche der Uni in landestypischer Tracht.

Der Nachmittag stand den Gruppen zur freien Verfügung. Viele nutzten die Zeit, um zum Schwimmen oder zum Bootfahren an den Strand zu gehen.

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Natürlich gehört zur Entspannung auch etwas zum Naschen.

Entspannt konnte nun die Hl. Messe mit Weihbischof Johannes Wübbe in der Kirche im Zentrum Allensteins beginnen. Mit vielen modernen Liedern aus dem Weltjugendtags-Heft, wippten sogar einige polnische Gottesdienstbesucher mit dem Fuß mit. Kurz vor dem Schlusssegen versprachen uns die vielen Jugendlichen Helfer eine Überraschung am Gemeindehaus. Gespannt warteten alle das Ende der Messe ab und strömten zum Gemeindehaus.

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Weihbischof Johannes Wübbe nebst entsprechendem Übersetzer.

Da war nun die Überraschung: Zu dem Weltjugendtagslied sollte mit ca. 70 Jugendlichen und Erwachsenen eine Choreographie einstudiert werden. Der Priester der Gemeinde stand in der Mitte und tanzte mit einigen Mädchen aus der Gemeinde vor. Der Rest versuchte irgendwie mitzukommen. Es war also am Ende ein riesiges Spektakel, welches den Teilnehmern körperlich alles abverlangte. Die Jugendlichen und auch die Hauptamtlichen hatten einen riesen Spaß und freuen sich auf die kommenden Tage, die laut Programm noch sehr vielversprechend sind.

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Zunächst wurde Vorgetantz. Frühsport ähnliche Aktivitäten waren zu befürchten.

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… und hoch und runter… seitwärts… Drehung…

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Auch Ella war voll in ihrem Element.

 

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