Update! Drei Flüsse vereinen sich in Passau

Siebter Reisetag der Neuauwiewitter | Von Delia Evers

Bis Österreich war es nur ein Katzensprung, als die Neuauwiewitter an ihrem siebten Reisetag Passau besuchten und auf einem schönen Dampfer die drei Flüsse der kreisfreien Stadt erkundeten.

Donau, Inn und Ilz treffen sich vor herrlicher Altstadtkulisse zu einer neuen Mischung. Strömchen und Ströme bringen ihr ganz eigenes Wasser mit. Braun fließt die schmale Ilz heran, grau-grau-blau die breite Donau und leicht türkisfarben der noch breitere Inn.

Noch weit hinter der Einmündung des Inn in die Donau grenzen sich die Wassermassen deutlich voneinander ab.

Vor der Donaufahrt besuchten die Unseren einen Sonntagsgottesdienst im Stephansdom, Sitz des Passauer Bischofs, auf dem höchsten Punkt der Altstadt zwischen Inn und Donau.

Im barocken Dom.

Blick ins Gewölbe.

Es tat gut, in großer Gemeinschaft Eucharistie zu feiern. Die Predigt behagte nicht jedem. Der Zelebrant war nicht weit vom Politisieren entfernt und meinte, die gerade gesetzlich verabschiedete „Ehe für alle“ müsse auf einen Christenmenschen „befremdelnd“ wirken.

Befremdlich war für manchen sein Ausflug zum Charakter von Helmut Kohl, „ein wahrer Christenmensch“, der beinahe mehr Raum in der Predigt einnahm als das Evangelium. Der Zelebrant forderte die Gläubigen auf, dem Zeitgeist standzuhalten.

Der Organist ließ nach der Sendung (ohne Gemeindelied) auf der größten Domorgel der Welt eine Improvisation erschallen. Eine Melodie war in dem gewaltigen Getöse am Ende kaum zu erkennen, und mancher sehnte sich, kleiner Scherz, nach den bescheideneren Klängen der Auricher Orgel.

Noch deutlich abgegrenzt sind die Fluten von Inn, hell im Vordergrund, und Donau.

Bei einer Besichtigung berichtete eine Stadtführerin von den keltischen Ursprüngen auf dem heutigen Altstadthügel, einer schmalen Halbinsel zwischen Inn und Donau. Später kamen die Römer und pflanzten ihren Limes auf Berg und Tal. Wo heute der mächtige Stephansdom thront, residierten im Castra Batavia einst die Befehlshaber.

Aus Batavia wurde im Lauf der Jahrhunderte durch Lautverschiebungen Passau.

Die Germanen machten den Römern das Leben schwer, und die Römer machten ihren Söldnern das Leben schwer. Sie schickten keinen Sold mehr. Irgendwann hatten die Truppen nichts mehr zu beißen und satt nur den Dienst. Sie suchten das Weite.

Die Bajuwaren rückten nach. Im achten Jahrhundert wurde Passau Bischofssitz. Das Kloster Niedernburg entstand, das bis heute in der Altstadt liegt. Im elften Jahrhundert lenkte die selige Äbtissin Gisela von dort aus die Geschicke ihres Beritts mit großen Ländereien im Einzugsbereich der Ilz.

Gisela wird bis heute hochverehrt. Das erzählte die Stadtführerin. Sogar Ungarn kämen, um am bis heute erhaltenen Grab von Gisela zu beten – sie war die Witwe des Königs von Ungarn, Stefan I., und im Volk sehr angesehen.

Im Lauf der Zeit kam die schöne Idee auf, Niedernburg sei jenes Kloster an Inn und Donau, das in der Nibelungensage beschrieben wird. Im großen Saal des altehrwürdigen Passauer Rathauses bestaunten die Neuauwiewitter ein riesiges Gemälde. Es zeigt die wunderhübsche Kriemhild, die an der Seite von Hunnenkönig Attila auf einem Schimmel zur eigenen Hochzeit reitet.

Gemälde im Rathaus: Kriemhild an der Seite ihres künftigen Gatten Attila.

Immer wieder wurde Passau im Lauf der Geschichte von katastrophalen Bränden und Überflutungen heimgesucht. Die Neuauwiewitter staunten über die Hochwassermarke von 2013 – sie steht für die schwerste Überschwemmung der Stadt seit 500 Jahren.

Eindrucksvolle Hochwassermarke am Alten Rathaus. Die zweithöchste beschreibt den Wasserstand 2013.

Nach der Führung machten sich die Unseren „selbstständig“ und erkundeten in kleinen Gruppen und Grüppchen die Stadt. Das war gar nicht so leicht, denn vom Altstadthügel fallen die engen Gässchen steil zu den Flussufern ab. Das sieht wunderschön aus und mutet ein bisschen mediterran an. Kein Zweifel: Die Passauer müssen gut zu Fuß sein.

Das waren freilich nicht alle Reiseteilnehmer aus Neuauwiwewitt. Sie zeigten viel Mut und Durchhaltevermögen, als sie sich auf den Weg nach oben machten. Gern nutzten sie die stützenden Arme von Mitreisenden oder zogen sich an eisernen Geländern Stufe für Stufe höher.

Die unaufdringliche und achtsame Hilfsbereitschaft in der Gruppe war ohnehin für viele eine der kostbarsten Erfahrungen während der Reisetage.

Nach der gemütlichen Freizeit ging es mit bester Laune zurück nach Regensburg.

Hier war am Abend Fußball angesagt.

Montag fuhren die Neuauwiewitter zurück in die Heimat.

Schöne Donaufahrt.

Blick auf die Stelle, an der Donau und Inn ineinander fließen.

Beeindruckende Altstadtkulisse.

Die Gruppe unterm Stephansdom unmittelbar vor der Stadtführung mit zahlreichen Teilnehmern.

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