Ein Fest des Lichts und der Auferstehung

Das Fest des Lichts und der Auferstehung feierten Gläubige seit Samstagabend in allen Gemeinden von Neuauwiewitt. Selten werden Lieder so aus übervollem Herzen gesungen wie in der Osternacht.

Sie ist ein Fest der Sinne – wenn draußen vor der Kirche im Rund der Gemeinde das Feuer brennt und mit kostbaren Ölen in vollem Schein gehalten wird, wenn die Osterkerze ihre Male erhält und ihr erstes Licht in die Dunkelheit wirft, wenn beim Einzug das Lumen Christi ertönt und die Gemeinde Gott für diese Verheißung dankt.

Wann sonst wird so häufig gesegnet, froh gesungen und gedankt wie zum Fest der Auferstehung.

Das Feuer wird gesegnet und später das Wasser. Das dritte österliche Zeichen, das Halleluja, erfährt seinen Segen durch den Gesang der Gemeinde aus übervollen Herzen.

Pfarrer Johannes Ehrenbrink segnet das Feuer.

Der Pfarrer bereitet die Kerze.

Markus Husen und Hans Lüken geben der Osterkerze Licht.

Und noch eine Aufgabe hat die Gemeinde. Sie gibt das Licht von Nachbar zu Nachbar weiter, bis alle mit der wärmenden Botschaft versorgt sind: Das Licht ist in der Welt, und wir selbst sind seine Trägerinnen und Träger und können es anderen spenden. „Denn“, so sagt es Johannes Ehrenbrink in seiner Predigt, „alles, was wir für das Leben oder auch ein besseres, erfüllteres Leben tun, ist österliches Handeln.“

Ministrantin Vanessa reicht in der dunklen Kirche das Licht der Auferstehung weiter.

Nicht nur die Messen in der Osternacht und an den Ostertagen waren sehr gut besucht. Auch an Gründonnerstag und Karfeitag füllten viele Gläubige die Gotteshäuser und erlebten eindrucksvolle Gottesdienste.

In St. Ludgerus Aurich stellten sich vier Jugendliche auf eine Fußwaschung ein. Sie kamen aus der Sakristei, mit Handtüchern über der Schulter, aufgekrempelten Hosenbeinen und Badelatschen an den Füßen. Vor allem aber: mit Smartfones in den Händen, die wichtiger schienen als alles andere.

Kamen da etwa Vorurteile auf? Typisch Jugendliche? Vonwegen. Der Dialog, der sich zwischen ihnen entspann, zeigte echte Tiefe. Sie hatten die Botschaft vom Dienst der Fußwaschung verinnerlicht und übertrugen ihn auf Dienste auch in unserer Pfarreiengemeinschaft und in Litauen. Schnell wurde deutlich, wo junge Leute sich in Neuauwiewitt einsetzen: eine beeindruckende Fülle.

Die vier bewegten sich vor dem Altar, als hätten sie wochenlang geübt. Dabei gab’s die erste Probe erst kurz vor dem Gottesdienst. Die zweite war bereits die Generalprobe und die dritte die Aufführung vor der Gemeinde – zu einem großen Teil frei und authentisch gesprochen. Das war richtig gut und mal erfrischend anders.

Imke Wieghaus wäscht Elia de Groot die Füße. Lucy Steplewski und Josua de Groot schauen zu.

Unter die Haut gingen die Karfreitags-Feiern vom Leiden und Sterben des Herrn. Besonders die Passionsgeschichte, mit verteilten Rollen gesprochen, nahm die Gemeinden mit. „Kreuzige ihn!“, schrien Sprechchöre und fragten direkt oder indirekt:

Wo hätten wir damals gestanden, als keiner mehr zu Jesus stand? Hätten wir uns unauffällig und bequem in die Reihe der Schreier geschoben, um nur ja nicht als Querulanten dazustehen? Oder hätten wir den Mut gehabt, unseren Protest herauszurufen und dafür bei der Gemeinde in Ungnade zu fallen?

Immer wieder zogen Sprecherinnen, z.B. in Aurich, Paralleln zur bequemen Welt der Ja-Sager, Nicht-Denker, Nicht-Mitfühler und Mitläufer von heute, die Querläufern zum Kreuz werden.

In diesen wenigen Tagen – von Gründonnerstag bis Ostern – spulte sich in den Ereignissen um Jesus das ganze Leben mit all seiner Freude und all seinem Leid wieder. Nichts wurde ausgelassen. Am Ende war nur eines nicht vorgesehen, zählte nur eines noch nicht zum menschlichen Erfahrungsschatz: die Auferstehung.

Text und Fotos: Delia Evers

Der Kirchenchor zeigte in den österlichen Tagen mit ergreifendem Gesang seine Stärke. Einige Lieder gingen unter die Haut und übertrugen Leid und Auferstehungsfreude unmittelbar in die Herzen der Gläubigen.

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