M. Franziska | Elisabeth-Schwester in Aurich

In der DDR aufgewachsen | * 1939

franziska-sr-9Schwester Maria Franziska, die bis zur Auflösung des Auricher Konvents der Schwestern von der Heiligen Elisabeth am 31. Juli 2018 im Schwesternhaus am Georgswall lebte und arbeitete, war am 26. Januar 1939 in Wölbkendorf, Kreis Rostock, als Brigitte Paech zur Welt gekommen.

In dem kleinen Ort mit 200 Einwohnern erlebte sie mit ihrer Schwester auf dem elterlichen Hof eine frohe Kindheit.

Der Ort gehörte zur acht Kilometer entfernten katholischen Gemeinde Malow. Hier wurde sie getauft, ging zur ersten heiligen Kommunion und wurde gefirmt. Nach dem Schulabschluss blieb sie auf dem elterlichen Hof.

Nachdem – und davon blieb kein Landwirt in der DDR verschont – Feld und Vieh an eine Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaft (LPG) hatten abgegeben werden müssen, bekam das Mädchen Brigitte Paech eine Stelle im Kindererholungsheim Rerik – eine Begegnung, die das ganze Leben der jungen Frau bestimmen sollte. Denn das Haus gehörte den Schwestern von der hl. Elisabeth. So kam Brigitte, die heutige Schwester Franziska, mit den Elisabethschwestern in Kontakt.

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Nach dem Gottesdienst am 75. Geburtsttag von Sr. Franziskas richtete die Gemeinde für die Ordensfrau eine kleine Feier aus.

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Viel Beifall und Freude.

1961 trat sie ins Noviziat in Halle ein, wo sie eine Facharbeiterausbildung für Köchinnen machte. Sie kochte dann 30 Jahre für die Kinder in Leinfelde, bevor sie in den Konvent in Aurich wechselte. Auch hier lieferte Schwester Franziska Meistergewerke ihrer Kochkunst ab.

Schwester Franziska, die am 29. September 2013 ihre Goldene Profess feierte, war ein wichtiges Bindeglied in der Pfarreiengemeinschaft. Mit Pfarrer Johannes Ehrenbrink war die Schwester oft nach Neustadtgödens, Wittmund oder Wiesmoor unterwegs, um dort den Gottesdienst mitzufeiern.

Sie hatte ihren Blick auf die Armen gerichtet. Die Kinder in Litauen waren ihr besonders ans Herz gewachsen. Schwester Franziska strickte für sie in ihrer Freizeit Strümpfe, Mützen und Schals.

Sie blickte auch auf die Armen, die an die Tür des Schwesternhauses in Aurich klopften. Sie wusste, wie sie mit ihnen sprechen musste, und wusste vor allem zu helfen, indem sie Lebensmittel ausgab.

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Schwester Franziska (r.) bei bester Laune mit Schwester Magdalena.

Im Frühjahr 2018 beschloss die Ordensleitung in Berlin nach einem Unfall der Auricher Oberin Schwester Magdalena, den Konvent ohne weitere Diskussion aus Fürsorgegründen zu schließen. Am 29. Juli 2018 verabschiedete die Pfarreiengemeinschaft die drei Schwestern Magdalena, Franziska und Claudia mit einer großen Feier. Am 31. Juli 2018 war der Konvent Geschichte.

Schwester Franziska wurde nach Berlin-Tempelhof in eine Ordenseinrichtung versetzt.

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