Hungertuchausstellung in Wittmund eröffnet

Die Wände farbenfroh behängt, die Orgelempore als „Bilderbühne“ – so zeigte sich gestern die St. Bonifatiuskirche in Wittmund zur Eröffnung der Hungertuchausstellung, die insgesamt vier Orte des Dekanats ansteuert.

21 Tücher aus 42 Jahren zeigen in je eigener Weise, wie Glaubensthemen und Glaubenserfahrungen sich mit dem realen Leben berühren. Wie Dekanatsreferentin Brigitte Hesse in ihrer Predigt verdeutlichte, lohnt es, diese Bilder gleichsam zu „lesen“ und in ihnen zu entdecken, was Menschen in ihrer Situation Hoffnung spendet. Denn bei aller schonungslosen Realität von Gewalt, Ausbeutung, Abhängigkeiten und aktueller Zerstörung der Umwelt und gewachsener Strukturen etc., hat in jedem der Bilder die Hoffnung auf Gottes Macht, auf ein neues Miteinander, auf Verwandlung die Oberhand. Ob Künstler aus Asien, aus Afrika oder Südamerika, ob in fast naiver Weise oder eher symbolisch und sogar abstrakt – überall finden sich tiefe Einblicke in die je eigene Geschichte, in das Leben und den Glauben der jeweiligen Kulturen und Menschen, was die Betrachter bereichert, aber manchmal auch zum Widerspruch herausfordert.

Stolz wurden die Tücher und die daraus entstanden Unikate präsentiert.

Für die Gemeinde gab es aber nicht nur die Bilder zu sehen, sondern auch einzigartige Unikate, die von begabten Näherinnen und von den Nähwerkstätten der Sozialen Kaufhäuser in Aurich und Emden hergestellt wurden. Diese Taschen, Buchhüllen und auch Stolen, die aus den Stoffen der in den Gemeinden aufbewahrten Hungertücher genäht wurden, wie Claudia Nordemann als Leiterin des Kaufhauses am ZOB in Aurich und der dortigen Nähwerkstatt beschrieb, fanden großes Interesse und Bewunderung. Zugunsten der Kaufhäuser wechselte bereits vieles den Besitzer. Die Ausstellung ist täglich bis zum 28. September von 9-18.00 Uhr in im Kirchenraum zu sehen.

Text: Brigitte Hesse

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