Juliana Neves Grego Soares feierlich gesendet

Von Delia Evers | Am Freitag, 24. Juni 2016, feierten 26 junge Leute aus dem Bistum in Osnabrück ihre Aussendung in die Freiwilligen Dienste im Ausland, darunter aus Aurich Juliana Neves Grego Soares und aus Emden Hannah Russel.

26 junge Leute ziehen in die Kleine Kirche ein. Von ihren Armen wickeln sie kunterbunt aneinandergereihte Stoffstreifen ab und legen sie im Mittelgang aus. Sie hinterlassen ganz aktiv ihre Spuren; jede und jeder rollt seine eigene ab, und doch berühren sie einander, ergänzen sich in ihren ganzen Buntheit, Farbenpracht und Vielfalt. Und alle führen in die Mitte, Richtung Altar auf Christus zu.

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Juliana (Bildmitte) wickelt ihre Stoffstreifen ab und hinterlässt ihre Spuren wie die anderen 25 jungen Leute.

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Die bunten Spuren führen in den Altarraum.

Im Eingangslied machen sie sich Mut. „Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hände reicht, … niemand ist da, der mit mir meine Wege geht.“ Und sie bitten: „Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der halte unseren Verstand wach und unsere Hoffnung groß und stärke unsere Liebe.“

Diözesanbischof Dr. Franz-Josef Bode begrüßt die Sechsundzwanzig, die Familien, die Freunde und die vielen Gemeindemitglieder, die (besonders stark aus Aurich) zum Gottesdienst gekommen sind. Seit 17 Jahren sendet das Bistum junge Menschen ins Ausland: Es traut und mutet ihnen viel zu. Der Gang hinaus in die Welt sei ein Abenteuer, meint Bode, der selbst im Lauf der Jahre einige der Stationen im Ausland besucht hat.

„Sie haben gerade einen wichtigen Schritt in Ihrem Leben getan“, sagt er den Teens und Twens. Viele von ihnen haben unlängst ihr Abitur gemacht. „Und jetzt werden Sie wieder einen wichtigen Schritt tun.“

Er sei sicher, dass sie sich auf eine „große Bereicherung Ihres Lebens“ freuen könnten, „die Sie wahrscheinlich niemals missen möchten“. So habe er es von vielen erfahren, die den Freiwilligendienst bereits erlebt hätten.

Die Auszusendenden hatten sich auf eine gut passende Lesung aus Jesaja geeinigt, die vom Aufbruch zum Herrn erzählt und in die berühmten Worte mündet: „Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des Herrn.“

Die jungen Leute singen mit der Gemeinde: „Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom, brecht aus euren Bahnen, vergebt ohne Zorn, geht auf Gottes Spuren, geht, beginnt von vorn…“

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Die Sechsundzwanzig, die den Gottesdienst selbst vorbereitet haben, singen und spielen auf Instrumenten.

Bode greift in seiner Predigt das Bild von den Stoffbändern auf dem Kirchenboden auf und spricht von der „ganzen Buntheit an Gaben und Fähigkeiten, diesem bunten Strom, der sich in die Welt ergießt“, von den jungen Menschen, die irgendwann in die Heimat zurückkehrten, „aber anders“. Auf ihre Aufgaben seien sie im Bistum gut vorbereitet worden. Er könne nur bewundern, „dass junge Leute es wagen, zu neuen Ufern aufzubrechen“.

Bode spricht die Familien an, die nicht nur mit Freude, sondern vielleicht auch mit Sorge den Weg ihrer jungen Angehörigen ins Ausland begleiteten. Aber sie blieben miteinander verbunden – dank der elektronischen Medien heute intensiver als noch vor Jahren.

„Lasst uns wandeln im Licht des Herrn.“ Dieser Satz aus der Lesung sage etwas über den Weg, den die jungen Leute gehen wollten. Die großen Bilder der Verheißung von Jesaja erzählten – anders als wir es inzwischen gewohnt seien – nicht von der Flucht ganzer Völker, sondern von Aufbruch und gegenseitiger Wertschätzung.

Für ihn sei es ein großes Zeichen, dass junge Menschen sich auf den Weg machten, um sich mit Herzblut in anderen Völkern für Menschen einzusetzen.

Die Sechsundzwanzig seien bei ihrem Einsatz „auf dem Weg des Herrn nicht allein, weil er immer schon da ist. Es gibt keinen Ort auf der Welt, wo er nicht ist. Gott ist auch da, wo die Jugendlichen hingehen“ bei ihrem „Aufbruch zu Gott. Mit Christus. Und in seinem Geist.“

Die Arbeit in den Bestimmungsländer Peru, Uganda, Botswana, Ghana, Russland, Indien und Israel sei ganz konkrete Friedensarbeit, sagt Bode. Dort bekämen die jungen Menschen eine Sicht von der Welt, die nicht nur die kleine Welt vor Ort und die Kirche vor Ort widerspiegele.

Für ihren Aufbruch, ihre Arbeit in der Fremde und für eine gute Rückkehr erbittet Bischof Bode Gottes Segen.

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Franz-Josef Bode wendet sich den Auszusendenden zu und segnet sie.

Dann treten die jungen Leute einzeln vor ihn, nennen ihren Namen und ihr Ziel. Bode nimmt bei jeder und jedem die Hände in seine Hände, spricht sie laut mit Namen an und sagt: „Ich sende dich in deinen Dienst. Geh‘ mit Christus.“ „Amen“, antworten die Gesendeten.

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Der Augenblick der Sendung für Juliana.

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Und der Augenblick danach.

Der Bischof legt ihnen eine schlichte Kette mit Holzkreuz um, bestärkt sie mit seinen Händen auf ihren Schultern und wünscht noch einmal alles Gute.

Für Juliana aus Aurich ist das, wie sie später sagt (Interview folgt in den nächsten Tagen) ein ganz großer und innig berührender Moment: „Vorher war ich ziemlich nervös. Doch da fühlte ich mich komplett bereit. Ich fühlte mich gesegnet. Ich weiß, dass Gott bei mir ist.“

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Die Auricher „Delegation“ strömt aus der Kirche, darunter Schwester Franziska, Steffi Holle, Ulrike Schär und Markus Husen.

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Im Priesterseminar gibt es einen kleinen Empfang – und angestimmt von Juliana ein Dank-Ständchen für die professionelle Begleitung durch das Bistum in den vergangenen Monaten.

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Draußen warten die Auricher mit Rosen auf Juliana: v.l. u.a. Steffi Holle, Markus Husen, Pastor Carl B. Hack, Pfarrer Johannes Ehrenbrink und Maria Dellwisch.

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Juliana nimmt Glückwünsche und Rosen entgegen.

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Blumen gibt es auch für Hannah Russel aus Emden – zudem Glückwünsche von den Aurichern, im Bild von Marlies Weinmann.

 

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