Sie schrieb in die Herzen der Kinder

1-schulte-luzia_2Von Johannes Funke |  Luzia Schulte, ein Urgestein der katholischen Kirchengemeinde St. Ludgerus Aurich, ist am 9. November 2015 in ihrer Heimatgemeinde in Aschendorf verstorben.

Wer war Luzia Schulte? Die jüngere Generation der katholischen Kirchengemeinde in Aurich wird sie kaum noch kennen. Luzia Schulte wurde am 12. September 1928 in Aschendorf geboren. Sie hatte noch sechs Schwestern und zwei Brüder, die alle mittlerweile verstorben sind. Sie war die letzte der Geschwister, und somit geht die Ära der Familie Schulte zu Ende.

1948 hat sie in der Staatlichen Aufbauschule in Papenburg ihr Abitur gemacht und in Alfeld Pädagogik studiert. Ihre erste Stelle als Lehrerin war Rhede. 1962 wurde sie nach Aurich versetzt und leitete dort die katholische Schule, die sich in den Räumen des heutigen Kindergartens befand.

Ende der 1960er-Jahre wurde diese Schule aufgelöst, und Frau Schulte wechselte an die Lambertischule. Ihr größtes Augenmerk galt immer den schwächsten Kindern. Sie schrieb nicht nur auf Tafeln, sondern in die Herzen der Kinder. Katholische Kinder, die an Schulen unterrichtet wurden, an denen es keinen katholischen Religionsunterricht gab, erteilte sie nachmittags Religion im Bonifatiushaus.

Über Jahrzehnte war sie ein äußerst aktives Mitglied des Pfarrgemeinderats. Viele Aktivitäten in der Gemeinde entstanden auf ihre Initiative hin. So entwickelte sich über Jahre ein partnerschaftliches Verhältnis der katholischen Kirchengemeinde Aurich zu einer Andengemeinde in Peru, Santiago de Popuja, die von ihrer Schwester, die dort als Sozialarbeiterin tätig war, geleitet wurde, weil weit und breit kein Priester vorhanden war.

1-schulte-luziaAuf Luzia Schultes Anregung wurde in der Fastenzeit wöchentlich am Freitag ein Fastenessen im Bonihaus gegeben, dessen Erlös der Gemeinde in Santiago de Popuja zugeführt wurde.

Als in den 1980er-Jahren vietnamesische Flüchtlinge Aurich erreichten, gab sie Deutschunterricht für Familien aus Vietnam, die ihr als Dank selbstgemachte Frühlingsrollen schenkten.

1990 ging sie in Pension und kehrte wenige Jahre später nach Aschendorf zurück. Hier betreute sie ihre kranke Schwester, übernahm den Krankenbesuchsdienst und verschiedene andere Dienste in der Gemeinde.

Die katholische Kirchengemeinde Aurich erinnert sich mit Dankbarkeit an die vielen Jahre, in denen Luzia Schulte in ihrer Mitte segensreich gewirkt hat.

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Luzia Schulte mit zwei Nichten.

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