Vorschlag: der Täufer als Patron der Übergewichtigen

Bunt begann das Pfarreiengemeinschaftsfest schon am Eingang von St. Bonifatius Wittmund: Die Liederzettel zur Heiligen Messe leuchteten in allen Farben. Und schnell leuchteten auch viele Augen; der Grund: ein besonderer Patron.

Er kam in der Einführung vor und forderte ein erstes Mal während dieses Festes die Muskel-Apparatur der anwesenden Gesichter. Der Pastor mit Heimspiel (Carl Borromäus Hack) sagte mutwillig über Johannes den Täufer, er müsse eigentlich Patron der Übergewichtigen genannt werden. Schließlich habe Johannes gesagt: „Ich muss abnehmen, Er aber muss zunehmen.“

Natürlich gehörte noch ein herzlicher Glückwunsch zum Namenstag an alle Johannesse und Johanninnen dieser Welt dazu, unter anderem selbstredend an Johannes Ehrenbrink, der Carl B. in diesem Moment zusammen mit den weiteren Konzelebranten Bernhard Söbke und Manfred Schmitt im Nacken saß.

Festlicher Einzug zur Heiligen Messe in der gut gefüllten Kirche.

Kleine Plauderrunde nach dem Gottesdienst mit Carl, Steffi, Namenstagskind Johannes (Patron Johannes der Täufer) und Gastschwester Blandina.

Dann sprach Carl B. über die tiefere Botschaft des Evangeliums (Joh. 3,30). Nicht zufällig falle der Geburtstag des Täufers mit den Tagen des Sommeranfangs zusammen. Er liege sechs Monate vor Heiligabend, vor der Geburt Jesu Christi, die in die Zeit der Wintersonnenwende falle, also auf einen der kürzesten Tage des Jahres.
Die Botschaft im Blick auf Weihnachten liege auf der Hand: „Mit Jesus Christus ist das wahre Licht in die Welt gekommen.“

Biografien eng verknüpft

Beide Biografien seien eng verknüpft. Johannes sei der Vorläufer („Ich muss kleiner werden“) und Jesus der, auf den alles zulaufe („Er muss wachsen“).

Es sei nicht leicht, eigene Überzeugungen und Interessen zurückzustellen. „Das erleben wir in der großen Politik, wenn im UN-Sicherheitsrat am Ende nationale Eigeninteressen wichtiger sind als das große Ganze; das erleben wir momentan in der Europäischen Union, wo nationale Ängste, Egoismen wieder stark werden und die Einheit, die so lange den Frieden gesichert hat, zu zerbrechen droht. Und das erleben wir ganz ähnlich Tag für Tag auch im Kleinen, in unserem Alltag“, sagte Hack.

Wo jeder nur seine eigenen Interessen und Überzeugungen durchsetzen wolle, sterbe jede Gemeinsamkeit.

Es sei unendlich schwer, sich selbst und die eigenen Interessen zurückzunehmen. „Jeden Tag haben wir an diesem Punkt mit uns selbst zu kämpfen. Gemeinschaft ist aber nur da möglich, wo ich zulassen kann, dass auch andere ihren Raum beanspruchen.“

Für den Nachwuchs geht Carl gern mal in die Knie.

Der Pastor sprach an diesem Festtag von Neuauwiewitt über die Pfarreiengemeinschaft. „Wir schauen aufeinander, schauen, was der andere nötig hat, helfen dort, wo wir können, leben Gemeinschaft und versuchen unsere Nachbargemeinde so zu lieben wie unsere eigene. So viele engagieren sich in Neuauwiewitt, und dafür bin ich dankbar.“

Der Pastor weiter: „Wir leben Gemeinschaft heute, wenn wir zusammen sind, miteinander sprechen, wo wir zuhören und uns für den anderen interessieren!“ Denn ein echtes Gespräch sei nur da möglich, „wo ich auch zuhören kann, wo ich mich für das, was andere bewegt, ehrlich interessiere, wo ich nicht mich und meine Erlebnisse und Erfahrungen so wichtig nehme, dass ich anderen gar keinen Raum mehr lasse.“

Gott nicht verschließen

Carl B. Hack sprach über Zacharias, den Vater des Johannes, der angezweifelt hatte, dass seine Frau noch ein Kind zur Welt bringen würde. Er habe sich dem Neuen, das Gott wirken wollte, verschlossen. So wurde er, der die Botschaft nicht hatte hören wollen, mit Stummheit geschlagen. Seine Sprache fand er wieder, als er seinen Sohn beim wahren Namen nannte: Johannes.

„Letztlich kann das Reich Gottes nur dort wachsen, wo Menschen sich und ihre Erfahrungen nicht so wichtig nehmen, dass wir alles andere erdrücken. Selbst Gott kann seine Wunder nur wirken, wo wir ihm Raum lassen.“ Es sei faszinierend zu erleben, was in anderen Menschen stecke, wenn man sie lasse und nicht das Gefühl habe: ‚Ich kann’s am Ende ja doch besser, also mach ich alles gleich selbst!‘

Gern ließen sich die Jüngsten schminken.

Und nicht nur die Jüngsten! Schwester Claudia, hier mit ihrem blauen Lieblingstuch, wollte gern blaue Blümchen in ihrem Gesicht wachsen sehen. Martina rankte sie hinein.

Er dankte herzlich dem Männerkreis, der eine Menge selbst geleistet hatte – in diesem Fall zu 100 Prozent im Sinne anderer: Die Herren hatten das ganze Fest federführend vorbereitet und viele Mittäterinnen und Mittäter gefunden.

So waren gleich nach der Heiligen Messe die Essstände heftig umlagert. Es gab Leckeres aus Fernost und jede Menge Gebrutzeltes, Salate und Kuchen aus „deutscher“ Produktion, dazu kalte Gertränke.

Leckeres vom Grill (rechts) und aus Fernost (links) und fleißige Männer und Frauen.

Besonders mundeten die vielen Gespräche an den Tischen, an denen sich die Neuauwiewitter einmal mehr ein Stück näher kamen – immer wieder mit kostbaren Momenten.

Text und Fotos: Delia Evers

Die Baupläne des Neubaus auf dem Gelände des sogenannten Dübbel-Hauses in Wittmund zogen immer wieder mal Interessenten an. Es war das ehemalige Pfarrbüro der Gemeinde. Ab April 2019 werden auf dem Grundstück altersgerechte Wohnungen des Stephanswerks bezugsfertig sein.

Draußen ist schon zu ahnen, wie es werden wird.

Fußball läuft derzeit nicht nur in Russland…

Landwirtschaftliche Fähigkeiten waren am Melkstand gefragt. Aber wie geht das bloß?

Dennis konnte weiterhelfen und gab freundlich Anleitung.

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