2014-01-13 Seniorengruppe Asse Wiesmoor in Luther Kirche

Martin-Luther-Kirche besichtigt

Bernd Ritter | Informative Führung der Asse mit Albert Kroon

Wiesmoor/Bagband – Gleich am Anfang des neuen Jahres trafen sich die aktiven Senioren der katholischen Pfarrgemeinde Wiesmoor, die Asse, zur Besichtigung der Martin-Luther-Kirche in Bagband. Für die Führung konnte Albert Kroon gewonnen werden. asse-kirche-bagband-4
Er lebt schon über 80 Jahre im Ort und ist als Heimatkundler, Ortschronist und Flurnamendeuter in der Gegend bestens bekannt. So konnte er den interessierten Gästen auch sachkundige Informationen vermitteln. Der erste überwältigende Eindruck war der riesige Christbaum, eine Spende eines Gemeindemitgliedes.

Die politische Gemeinde Bagband ist ein Ortsteil von Großefehn. Die Martin-Luther-Gemeinde hat etwa 670 Mitglieder in Bagband, Neuemoor, Südermoor und Teilen von Spetzerfehn.

asse-kirche-bagband-3Das Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut und soll einmal Barbarakirche geheißen haben. An der Nordseite stand früher ein dreigliedriger Glockenstuhl, der mit zunehmendem Alter baufällig wurde. 1895 wurde dann der heutige Turm im gotischen Stil gebaut. Drei Glocken bilden das Geläut, eine Schlagglocke für die Uhrzeit unterstützt die großen Zifferblätter am Turm bei der Zeitanzeige.

Taufstein aus dem 13. Jahrhundert.

Besonders bemerkenswert ist das Innere der Kirche. Sie enthält noch viele „katholische Elemente“, die in lutherischen Kirchen nicht mehr üblich sind. Albert Kroon erklärte, dass die Bagbander die Reformation sehr bedächtig angingen. So war bis 1560 noch der katholische Priester tätig, und erst nach seinem Tod kam dann ein evangelischer Pfarrer in die Gemeinde.

Viele Kostbarkeiten konnten erhalten werden, darunter zum Beispiel auch alte Marienbilder. Das älteste Stück ist der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert mit seiner wechselvollen Geschichte. Der Kelch des letzten Priesters Ulricus stammt aus der Zeit um 1450.

asse-kirche-bagband-2Der Name des heutigen Gemeindehauses erinnert an diesen Geistlichen. Der erste Altar war aus Holz gebaut, die Kanzel stammt aus dem Jahr 1654. 1775 wurde die Eckmann- Orgel eingebaut, die über dem Altar von der Gemeinde sichtbar ist.

Die Kanzel von 1654.

Bei der Restaurierung in den Jahren 1968/69 wurde der Altar dann gemauert. Vieles ist in warmen dunkelblauen Tönen gehalten, die mit ihren farbenfrohen Verzierungen eine warme Atmosphäre vermitteln. Grabplatten mit Namen in der Kirche begrabenen Pastorenfamilien und des Vogts sowie Wandtafeln runden das Bild der Erinnerungen ab.

Albert Kroon hat es sehr gut verstanden, mit seinen Ausführungen das Interesse der Besucher zu wecken. Viele Fragen zum Gotteshaus und zu Personen der Zeitgeschichte rundeten die Führung ab.

Beim anschließenden „gemütlichen“ Teil stärkten sich alle in der Brauhaus-Gaststätte beim Grünkohlessen.

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Die Eckmann- Orgel von 1775.

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