Sei uns nahe, sei du unser Licht!

Das war eine stimmungsvolle Heilige Messe zum ersten Advent. Stimmungsvoll? Das klingt wie gehabt. Hier ein bisschen Kerzenschein, dort ein paar schöne Lieder und anschließend Kaffee und Knuspergebäck.

Das gab es alles auch – und Inhalt zudem. Der Gottesdienst hatte mehrere Mütter und Väter guter Gedanken. Sie kamen aus dem Familiengottesdienstkreis und aus dem Kreis junger Erwachsener. Der feierte sein 15-jähriges Bestehen. Sie nahmen die erwachsenen Kirchbesucher mit Liedern und Texten ebenso in ihre Mitte wie die Kleinen der Kinderkirche. Denn zum ersten Advent feierten die Bambini ihren Gottesdienst ausnahmsweise mit den Großen in der Kirche.

Die vielen guten Gedanken wollten ausgesprochen werden. Also „drohte“ KjE-Sänger und Gemeindereferent Markus Husen, die Predigt werde wohl länger dauern. So bat er vorab alle Kinder nach vorn. Ihr Zug zum Altar wurde zu einer Karawane. Sie kletterten aus den Bänken, holten sich Ausmalbilder, Unterlegpappe und Stifte. Während die Erwachsenen den Predigtgedanken lauschten, unterstrichen die Kinder die Worte mit filzigen Malgeräuschen.

Sie malte ihre Kerze aus.

Die Kinder kreierten zum ersten Advent kunterbunte Kerzen. Das Licht war auch Thema der Predigenden aus dem Vorbereitungsteam. Sie beleuchteten die Dunkelheiten in Gesellschaft, Familie, Kita und Schule. Ihre Schlussfolgerung: „Jeder einzelne von uns ist berufen, hinzuschauen und zu helfen. Jeder von uns sollte sich fragen: Wie kann ich Licht ins Dunkel bringen?“

Sie zeigten auf, wie Menschen zu Lichtträgern werden können – indem sie sich für andere Zeit nehmen, aufmerksam zuhören, ruhig erklären, Hilfe anbieten, Wärme, Liebe und Geborgenheit spüren lassen, Sorgen und Ängste ergründen, Stärken und Erfolge wertschätzen, jeden in seiner Verschiedenheit akzeptieren und in die Mitte nehmen.

Hell und herrlich bunt wurde es vor dem Altar, als die Kinder mit ihren Ausmalbildern erneut nach vorn zogen und ihre Werke an eine Stellwand pinnen ließen. So wurden auch sie zu Lichtträgern.

Die Schola, deren Gesang von Messe zu Messe kräftiger klingt, der KjE mit starken Tönen und die ganze Gemeinde sangen, dirigiert von Doris Bigalski, was die Stimmbänder zwischen leisen und lauten Schattierungen hergaben.

Die Schola der Kinder und der Kreis junger Erwachsener sangen hinreißend gut.

Auf diese Weise hatte der KjE sich selbst eine Art Geburtstagsgeschenk gemacht. Wie es zu seiner Gründung kam, ist hier nachzulesen.

Nach der Heiligen Messe strömten viele ins Bonihaus. Hier lockten Christstollen, Zimtsterne, Spekulatius und Co. sowie der Ausschuss Mission, Entwicklung, Frieden – letzterer mit fair gehandelten Süßigkeiten, Tees und handgefertigten Geschenken.

Im Musikzimmer unterhielten Erzieherinnen des Hauses für Kinder und Familien aufs Beste den Nachwuchs, während die Eltern ganz unbeaufsichtigt Glühwein schlürften.

In der Heiligen Messe hatte Pfarrer Johannes Ehrenbrink gesagt, bei so viel Licht und Einsatz könne im Advent eigentlich nichts mehr schieflaufen. Im Schlusssegen bat er den Vater: „Sei uns nahe, sei du unser Licht.“

Text und Fotos: Delia Evers

Deus plauderte mit den Kindern.

Das Bonihaus war gut gefüllt. Ein Helferinnen-Team hatte die Feier gut vorbereitet.

Dieser Beitrag wurde unter Archiv abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.  Beitrag drucken. Beitrag drucken.