Teil IV | 70 Jahre Elisabethschwestern in Aurich – der Konvent

2016-07-30 Schwesternbogen 5_1Von Delia Evers | Drei Schwestern bilden den Elisabeth-Konvent in Aurich. Schwester M. Magdalena, die die Niederlassung führt, Schwester M. Franziska und Schwester M. Claudia, die am längsten von den Dreien dabei ist.

Drei Schwestern, ein kleiner Konvent: Kann der überhaupt etwas ausrichten? Können drei Frauen, alle schon etwas in die Jahre gekommen, in ihrer kleinen und in der großen Welt etwas bewegen? Und wie sie das können!

Drei Schwestern sind es heute, 25 waren es in der 70-jährigen Geschichte des Konvents. Sie alle haben mit ihrer unaufgeregten Arbeit, die keine öffentliche Darstellung sucht, über Jahre besonders die St.-Ludgerus-Gemeinde mit am Laufen gehalten.

Früher hatten die Elisabeth-Schwestern im Volksmund wegen ihres grauen Habits den Namen Graue Schwestern – straßengrau.

Vielleicht sind sie einer Straße vergleichbar. Viele Wagen sind darauf unterwegs – große und kleine Autos mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern, dann Einsatzfahrzeuge von Hilfsdiensten, orangefarbene Bullis, wendige Mopeds, Fahrräder und natürlich jede Menge Passanten. Alle bewegen sich wie selbstverständlich auf dem grauen Asphalt; kaum einer denkt im Alltag groß über die Straße nach, die er wie selbstverständlich nutzt.

Sie hält sich hin, bleibt unauffällig und dienstbar; sie beschwert sich nicht über Last und Abrieb und versieht über viele Jahre und Jahrzehnte klaglos ihren Dienst.

Das Gewicht, das sie zu tragen hat, wird selten hinterfragt. Wer ahnt schon, was an emotionalem und seelischem Ballast in den einzelnen Fahrzeugen mitreist und von der Straße mitgetragen wird?

Das Gespräch und das Gebet mit und für Menschen ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der „Arbeit“ von Elisabeth-Schwestern geblieben. Ihre Dienste haben alle dieselbe Ausrichtung: Gott selbst, dessen Liebe durch die Hände der Menschen geht.

Freitagabend erzählte ein Gemeindemitglied, Schwester Magdalena habe einmal ein Gespräch mit einer anderen Frau über ein sehr nerviges Gemeindemitglied gehabt. Die andere Frau habe sich über diese Person schwer geärgert; da habe Magdalena gesagt, wenn Schwestern es nicht mehr schafften, solchen Personen liebevoll zu begegnen, sollten sie ihren Konvent besser dicht machen.

Bei den Elisabeth-Schwestern geht es nicht um Beurteilen oder Verurteilen, sondern um den liebevollen Blick auch auf menschliche Schwächen, um Wahrnehmen und Begleiten, Trost und Gebet. In ihrer Nähe ist die Zuversicht spürbar, dass bei Gott niemand allein ist.

Sie sind ein bisschen wie eine Straße und ein bisschen wie der Himmel darüber.

Heute, Samstag, feiern sie ihr 70-jähriges Ortsjubiläum. Gemeinde und Pfarreiengemeinschaft sind herzlich eingeladen zum Festgottesdienst um 18 Uhr in der St.-Ludgerus-Kirche und anschließend zu einem Beisammensein mit vielen Leckereien ins Bonihaus.

Schon seit längerem stehen auf der neuauwiewitt-Webseite Porträts unserer drei Schwestern zur Verfügung. Dort sind ihre Aufgabenfelder und ihre Stärken und kleinen Schwächen benannt: Schwester M. Magdalena, Schwester M. Claudia und Schwester M. Franziska).

2016-07-30 Schwesternbogen 5

Mit viel Spaß bastelten Gemeindemitglieder einen Ehrenbogen zum Jubiläum und trugen ihn, als der Starkregen endlich eine kleine Pause machte, aus dem Bonihaus zum Schwesternhaus.

2016-07-30 Schwesternbogen 4

Dort passte das Schmuckstück exakt in den Eingang.

2016-07-30 Schwesternbogen 2

Ein paar Röschen wurden noch ins Gebüsch und an die Laterne gehängt.

2016-07-30 Schwesternbogen 3

Ein Regenschauer musste – gut beschirmt durch den Pfarrer – überstanden werden.

2016-07-30 Schwesternbogen

Dann konnten die Schwestern herausgeklingelt werden. Sr. Magdalena und Sr. Claudia waren begeistert (Sr. Franziska kehrte erst in der jüngsten Nacht aus dem Urlaub zurück).

Hier noch ein Überblick über die in Aurich stationierten Schwestern von der hl. Elisabeth, zusammengetragen von Manfred-Franz Albrecht.

M. Justiana Bernert, 30.07.46 – 08.08.47, Oberin, ambulante Krankenpflege, † 02.10.64
M. Bernwarda Görgler, 30.07.46 – 10.11.53, ambulante Krankenpflege, † 23.08.67
M. Ermelinda Bernert, 13.10.47 – 13.11.53, Oberin,  Küsterdienste, † 22.07.69
M. Hermana Etmanski, 28.10.47 – 16.09.63, Caritas-Büro, Sakristei, Seelsorgehilfe, † 28.10.84
M. Maxentia Striegan, 16.04.52 – 04.02.53, Küche und Haus, † 16.07.89
M. Raphaela Placzek, 11.11.53 – 04.02.57, Oberin, Paramentengruppe, † 25.06.88
M. Fridiana Kroll, 01.12.53 – 22.08.95, ambulante Krankenpflege, Küsterdienste, † 07.09.95
M. Zosima Sagolla, 17.04.55 – 10.01.64, Köchin, † 26.12.69
M. Viola Pollak, 05.02.57 – 04.03.63, Oberin, † 12.02.82
M. Pia Sadowski, 23.10.58 – 03.11.59, Köchin, † 09.12.89
M. Ottilia Ostrowski, 23.10.58 – 11.11.59, Jugendleiterin, † 27.02.99
M. Pankratia Michalski, 26.07.61 – 07.01.91, Betreuerin der Internatsschüler, † 19.05.96
M. Virginia Heinrich, 04.03.63 – 26.11.63, Oberin, Jugendleiterin
M. Macrina Bednarkiewicz, 26.11.63 – 20.07.76, Köchin, † 25.02.78
M. Adelheidis Weiß, 26.11.63 – 24.11.68, Oberin, Jugendleiterin, Sakristanin, † 05.10.92
M. Franziska Brebeck, 21.11.68 – 15.02.76, Oberin, Jugendleiterin, † 14.07.91
M. Perpetua Kramer, 09.02.76 – 03.05.97, Oberin, Katechetin, ambulante Krankenpflege
M. Virginia Badura, 31.05.78 – 12.03.80, Köchin, † 03.12.89
M. Claudia Imiela, 10.06.88 bis heute, zunächst ambulante Krankenpflege, Altenbetreuung, seit 2003 Sakristanin
M. Ursula Kolibaba, 15.01.91 – 21.09.03, Sakristanin, Paramentennäherin, † 20.08.04
M. Valeria Weiß, 22.02.97 – 23.07.97, Köchin, † 08.07.99
M. Agatha Biener, 28.04.97 – 30.09.06, Oberin, Altenbetreuung, Krankenhausseelsorge
M. Hedwigis Stiller, 01.09.03 – 06.11.04, Köchin
M. Franziska Paech, 23.04.05 bis heute, Köchin
M. Magdalena Döring, 25.09.06 bis heute Oberin (bzw. nach drei Amtsperioden für ein Jahr verantwortliche Schwester), Altenbetreuung

Dieser Beitrag wurde unter Archiv, Lexikon - E veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.  Beitrag drucken. Beitrag drucken.