Evangelium – gemacht für Malteser

Zur Kreuztracht auf Lage im Osnabrücker Land versammelten sich an diesem Montag gut 220 Malteser der Diözese Osnabrück, darunter eine starke Vertretung aus Aurich, Wittmund und Wiesmoor.

In feierlicher Prozession trugen Malteser in wechselnden Teams das schwere Kreuz aus der Lager Kirche um das Gotteshaus. Die Gläubigen beteten den schmerzhaften Rosenkranz und hörten Texte: Sie übertrugen die Verkündigung vom Leiden Jesu Christi auf das Leid vieler Menschen von heute und baten um Beistand.

Das Kreuz ruht auf einer Stele, ehe es aufgenommen wird.

Malteser tragen das 135 Kilogramm schwere Kreuz um die Kirche.

Andächtige Malteser u.a. aus Neuauwiewitt.

Vorweg gehen die Fahnenabordnungen der verschiedenen Ortsgruppen (Bildmitte Hans Lüken aus Aurich).

Das Kreuz hängt wieder an seinem Platz in der Kirche. Der Gottesdienst kann beginnen.

In der Heiligen Messe predigte Generalvikar Theo Paul zum Evangelium über die Auferweckung des Lazarus. Das Evangelium sei geradezu gemacht für Malteser, sagte Paul. Bei ihnen gehe es immer wieder auch um kranke Menschen, um Hilfe und Nächstenliebe. So seien sie rückgebunden an ihren Schöpfer und gäben Zeugnis seiner Barmherzigkeit.

Malteser seien zur Stelle, wenn Hilfe nötig sei, sagte der Generalvikar. „Malteser fliehen nicht.“ Sie hielten das Helfen aus. Auch das sei Verkündigung. Heutzutage verstünden viele Menschen nur noch diese Art der Verkündigung. Auch das mache die Arbeit der Malteser wertvoll.

Auszug nach dem Gottesdienst – u.a. mit Generalvikar Theo Paul (Mitte) und Diakon Harald Niermann (r. neben Paul).

Nach der Heiligen Messe strömten die Malteser in die Alte Küsterei, freuten sich auf leckere Schnittchen, eine Gulaschsuppe mit hand-geschnittenem Rindfleisch aus einer kleinen Metzgerei („Das waren 50 Kilogramm“, versicherte ein Kellner), auf Tee und Kaffee. Flüssig ging auch die Tagesordnung vonstatten, obwohl sie es in sich hatte.

Die Neuauwiewitter und rund 200 weitere Malteser ließen sich an einer gut gedeckten Tafel nieder.

Es galt, die langjährige Diözesanleiterin Octavie van Lengerich zu verabschieden. Das gehe nicht ohne Schmerz ab, bekannte die Malteserin. Sie erinnerte an die Herausforderungen, die im Team gemeistert worden seien. „Es gab viele wunderbare Momente.“ Sie seien ihr Ansporn gewesen. Sie dankte allen Maltesern, die sie durch eine fantastische, vielfältige Zeit begleitet hätten. So seien christliche Grundwerte gelebt worden.

Bevor sie die Leitung abgab, überreichte sie als letzte Amtshandlung den erstmals ausgelobten Diözesanpreis für innovative und nachhaltige Initiativen an die Malteser von Georgsmarienhütte. Sie richten Kindergeburtstags-Feiern aus und bringen ihre kleinen Gäste dabei mit Erster Hilfe und Rettungsdiensten zusammen.

Octavie van Lengerich.

So ganz wollten die Malteser ihre Vorsitzende noch nicht gehen lassen. Der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Constantin von Brandenstein-Zeppelin, reckte sich auf der Bühne zu voller Größe auf und sprach: „Heute ist ein wichtiger Tag.“ Da gehe die Diözesanleitung einer Frau zu Ende, die auf „einem unglaublich fruchtbaren katholischen Mistbeet“ gewachsen sei.

Er dankte Octavie van Lengerich herzlich und überraschte sie für über 35 Jahre ehrenamtliches Engagement mit der Malteser-Verdienstplakette in Gold.

220 Malteser standen auf und applaudierten.

Constantin von Brandenstein-Zeppelin im munteren Gespräch nach dem offiziellen Teil.

Constantin von Brandenstein-Zeppelin stellte Dr. Johann Rotger van Lengerich, Sohn von Octavie, als Nachfolger im Amt des Diözesanleiters vor. Der Jurist Johann Rotger habe seine Eignung und sein Können längst als Finanzkurator bei den Maltesern bewiesen. Er werde ein erstklassiger Vorsitzender werden.

Johann Rotger van Lengerich dankte für das Vertrauen und bat um Unterstützung.

Der neue Chef Dr. Johann Rotger van Lengerich nach seiner Berufung mit Maltesern.

Der Bundesvorsitzende referierte über die Werte der Malteser, sicher ein Vortrag, den viele so oder ähnlich schon gehört hatten: Trotzdem war es schade, dass die, die zuhören wollten, durch immer lauter werdende Gesprächs-Clübchen ringsum gestört wurden.

Angeregte Gespräche nach Berufung und Vortrag (Bildmitte Theo Paul).

Die Malteser aus Neuauwiewitt machten sich zu später Stunde auf den langen Rückweg. Sie hatten einmal mehr gespürt, dass sie Teil einer großen Gemeinschaft sind. Sie trägt das Wichtigste mit: das Kreuz der Nachfolge.

Text und Fotos (11): Delia Evers; weiteres Foto: Peter Kirby

Hintergründe zur Kreuztracht sind in diesem Text hinterlegt.

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