ZwiKoFi unterwegs zur Papierwelt nach Dörpen

Einen spannenden Ausflug zur Firma Nordland Papier nach Dörpen unternahmen gestern 28 Kinder aus allen vier Gemeinden. Selbst geschöpftes und bedrucktes Papier standen auf der ToDo-Liste.

Jan und Willi waren zwei Emsländer Urgesteine. Die sogenannte Papierwelt, in der sich der ganze Nachmittag abspielte, war Willis Reich. In einer Papiermacherfamilie aufgewachsen hate er die Papierwelt vor einigen Jahren aus dem Dorfgemeinschaftshaus in Dörpen zurück in das Firmengebäude umgezogen. Nun ist sie für Kunden und Kindergruppen ab sechs Jahren zu besuchen. Entsprechend viel Herzblut legten er und sein Kollege Jan an den Tag. Kurz nachdem die drei Bullis und die beiden PKWs das Gelände des Besucherzentrums erfolgreich gefunden hatten ging es auch schon los. Nach einem kurzen aber kräftigen Händedruck befanden sich die Kinder auch schon im Vorführungssaal und schauten den Werbefilm.

Die Kinder waren beeindruckt von der Größe und den Maschinen des Konzerns.

Nach dem Film und nach einigen Interessanten Fragen der Kinder, begann der praktische Teil der Führung. Im Nebenraum zeigte Willi den Kindern selbst geschöpfte Papierblätter aus den wildesten und ungewöhnlichsten Rohstoffen.

Von Papier aus Grashalmen, Pilzen, Heu und Stroh bis zu Pferdemist, hat er den Kindern alles gezeigt.

Den standartmäßig verwendeten Zellstoff auf Holzbasis hatte er natürlich auch dabei. Wie bei einem frischen Kuchenteig nahm er sich mit zwei Fingern etwas aus dem Eimer und steckte es sich in den Mund. Die Kinder waren entsetzt… Es ist eben ein Naturprodukt.

Nun ging es ans Schöpfen. Zwei Schöpfwannen mit blauem und weißem Zellstoff standen bereit. Nachdem Jan den Schöpfvorgang einmal demonstrierte durften die Kinder ran. Zunächst suchten sie sich ein vorgefertigtes Wasserzeichen aus, wie z.B. einem Löwen, einem Delfin und – wen wundert es im katholischen Emsland – der St. Vitus Kirche Dörpen.

Faszinierend, wie aus einer Flüssigkeit mit einem schmierigen, blauen Bodensatz auf einmal ein Stück nasses Papier wird.

Dann durfte jeder sein eigenes Blatt schöpfen.

Auch die Erwachsenen hatten so ihren Spaß mit der Aktion.

Nach dem Schöpfen, als das gröbste Wasser vom Schöpfrahmen abgelaufen war, wurde das Blatt auf eine Textilmatte gedrückt und mit dem entsprechenden Namen versehen.

Während jedes Kind diese Arbeitsschritte mit der Tatkräftigen Unterstützung von Jan und Willi erledigte, hatten Daniel, Nati und Markus bereits im Nebenraum das Buffet aufgebaut.

Die Kinder konnten sich ein deftiges Abendessen bestehend aus Brötchen, Käse, Wurst, Frikadellen und Eiern zusammenstellen. So war für jeden Geschmack etwas dabei.

Nun ging es an den wirklich anstrengenden Teil der Papierherstellung. Das Paket bestehend aus mehreren Lagen Papier und Textilmatten musste nun in die Presse.

Jetzt hieß es: Einmal ordentlich in die Hände gespuckt und Vollgas. Die Presse musste soweit angezogen werden, bis unten kein Wasser mehr herauskam.

Anschließend löste jedes Kind sein Blatt Papier ganz vorsichtig von der Textilmatte, um Trocknen in einen kleinen Ofen zu legen.

Zwischendurch gab es immer mal wieder Zeit auch zu kickern.

Außerdem konnten die Kinder eigene Drucke herstellen. Dazu wurden Schriftzüge oder Bilder in eine Styroporplatte geritzt, welche dann mit Farbe bestrichen auf ein Blatt Papier gedrückt wurde.

Da muss einem jetzt auch erstmal was einfallen, was man denn gerne drucken möchte.

Dann wird gewalzt.

Und fertig ist der Druck.

Es war also ein absolut toller Tag. Den Kindern wurden von Jan und Willi alle Fragen beantwortet, viele Möglichkeiten vom Schöpfen bis zum Druck geboten und sie haben einfach viel Begeisterung ausgestrahlt die sich merklich auf die Kinder übertragen hat.

Da das Projekt „ZwiKoFi“ eine Veranstaltungsreihe ist, ist der nächste Termin bereits gesetzt. Der nächste Ausflug findet am 19.01.19 statt. Das Ziel wird vor Weihnachten noch bekannt gegeben.

Dieses Gruppenfoto wurde vor eine ausgemusterte Granitwalze geschossen, welche neun Meter breit und 16 Tonnen schwer ist.

Text und Fotos: Markus Husen

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